Geschichte des Kinderfests
Erstellt von Lian Stammbach, Joel Müller und Mael Dadmal
Das Kinderfest. Ein Fest, das Generationen prägte. Ein Fest, das die Sommerferien einruft und Glücklichkeit sowie Freiseeligkeit erweckt. Viele Menschen verbinden das Kinderfest mit glücklichen Gefühlen und Erinnerungen. Aber wie entstand es? Die Geschichte greift bis ins 19. Jahrhundert zurück. Bekannt sind zwei Ursprünge. Laut offiziellen Aussagen geht die Geschichte bis ins 16., eventuell sogar ins 15. Jahrhundert zurück. Aber darüber sind nicht ausreichend Daten bekannt. Nachdem ein „jährliches Schulfest“ das erste Mal im Reglement von Zofingen am 23.11. und 12.12. erwähnt wurde, wurde das erste Schulhausfest mit Genehmigung am ersten Juni 1810 veranstaltet. Doch was ist im Vergleich zu heute anders? Gibt es andere Traditionen, hat sich etwas verändert oder ist doch alles gleich wie früher? Das erfahrt ihr hier.
1825-1875, Die ersten Jahre.
Jedoch war die offizielle Geburtsstunde erst 15 Jahre später. Das unkundige Kinderfest begann am 13.09.1825. Die Feierlichkeiten sind sehr ähnlich wie die von heute. Die Feier begann schon am Vorabend mit lauten Kanonenschüssen, dass alle wissen, dass das Fest beginnt. Man begann wie heute mit dem Zapfenstreich. Dies war das erste seiner Art. Man trank, feierte und hatte eine gute Zeit. Am nächsten Morgen fing dann die offizielle Feier an. Von den Kadetten an den Seiten begleitet, schritten die Kinder in die Kirche, von Geläute und Böllergeräuschen umgeben. Dort singen sie Volkslieder und Lieder, die speziell für das Fest komponiert wurden. Das bei Menschen oft beliebteste Event ist das Gefecht am Nachmittag auf dem Heitern. Dort findet ein Scheingefecht zwischen den Kadetten und Freischaren statt. Es basiert auf der Schlacht von
Sempach. Zum Schluss führten die ältesten Schülerinnen und Schüler die Kadetten mit Fackeln in die dunkle Altstadt. So entstand das in Zofingen beliebte Kinderfest und erfreute Generationen über Generationen. Aber es entwickelte sich. Traditionen veränderten sich und es kamen Ideen auf, wie man es modernisieren oder sogar verbessern kann.

1876-1925, Wachstum und 1. Weltkrieg.
«Die Festrede des Hrn. Inspektor Baumann wurde der ersten Tugend einer Jugendfestrede gerecht; sie war kurz.» Schon 1878 nannte das Zofinger Tagblatt die wichtigste Eigenschaft einer Jugendfestrede. Im selben Jahr wurde die Kadetten-Artillerie aufgelöst und zwei Kanonen den Freischaren überlassen, die sie erstmals 1879 gebrauchten. Die Freischaren liessen sich in ihrer Verkleidung oft von den damaligen Weltgeschehnissen inspirieren wie z. B. 1881 als Preussen oder 1882 als Truppen des „Arabi Pascha“ als sie Zofingen zum „zweiten Alexandria“ machen wollten. Zu dieser Zeit galt das Kinderfest als Belohnung für das gute Benehmen der Kinder und als Ausdruck des bürgerlichen Selbstverständnisses der Stadt Zofingen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Zofingens wurde aus dem Kinderfest ab 1890 ein Grossanlass für die ganze Bevölkerung. Viele Vereine nahmen Teil, die Strassen wurden farbenfroh geschmückt und es gab immer aufwendigere Auftritte der Kadetten. Während des ersten Weltkriegs wurde das Kinderfest weiterhin durchgeführt doch in vereinfachter Form. Aufwendige Attraktionen wurden weggelassen, um Bescheidenheit zu zeigen. Auch das Festessen war kleiner, da Lebensmittel knapp und teuer waren. Nach dem Krieg behielt das Kinderfest seinen jährlichen Platz als Volksfest und Tradition. Der Grundablauf damals ist im Vergleich zu heute ziemlich ähnlich. Dazu zählt der Zapfenstreich am Donnerstagabend, der Umzug der Schüler am Freitagmorgen, die Feier in der Kirche danach, das Gefecht auf dem Heitern am Nachmittag und der Fackelumzug am Freitagabend. In der Zeit zwischen 1919-1925 gab es keine grossen Veränderungen. Nur die Bedeutung des Kinderfests änderte sich. Vor 1919 eher militärisch und schulisch betont, später wurde es zu einem Fest für die ganze Familie. Das Fest wurde ohne Unterbrüche fortgesetzt.

1926-1975, Bedeutung und Etablierung.
In dieser Zeit änderte sich der grundlegende Ablauf des Kinderfests nicht, sondern eher die Bedeutung und das Ansehen der Gesellschaft. Die grössten Änderungen betrafen das Kadettenwesen. Ab den 1960er wurde das Kadettenwesen auf die kulturellen Elemente reduziert. Die obligatorische Teilnahme für Bezirksschüler wurde aufgehoben, der ganzjährige Kadettenkorps wurde aufgelöst und der Fokus wurde von Drill, militärische Schulung und Wehrcharakter auf Schulsport und den kulturellen Teilen verlegt. In den 1970er wirkte das Fest deshalb traditionell als militärisch und schulisch.

1976-heute, Grosse Veränderungen.
Von 1975 bis 2026 hat sich das Kinderfest in Zofingen stark verändert, aber die wichtigsten Traditionen sind bis heute geblieben. Schon 1975 war das Kinderfest ein wichtiger Anlass für die ganze Stadt. Die Kinder liefen beim Umzug durch die Altstadt, begleitet von Musikvereinen und den Kadetten. Danach fanden die Feier auf dem Heitern und verschiedene Spiele statt. Am Abend gab es den Fackelumzug, auf den sich viele Kinder besonders freuten. Damals war das Fest einfacher organisiert als heute, aber für die Menschen war es trotzdem ein grosser Höhepunkt des Jahres. In den 1980er-Jahren wurde das Kinderfest immer grösser. Jedes Jahr machten Hunderte Schülerinnen und Schüler mit. Die Schulen bereiteten sich oft schon Wochen vorher auf den Umzug vor. Viele Kinder übten Lieder oder marschierten gemeinsam für den grossen Tag. Auch die Zuschauer wurden jedes Jahr mehr. Das Kinderfest war nicht nur ein Schulfest, sondern ein Fest für die ganze Stadt. Viele Familien trafen sich an diesem Tag und verbrachten den ganzen Tag zusammen. In den 1990er-Jahren wurde das Fest immer besser organisiert. Die Sicherheit wurde verbessert und der Ablauf wurde genauer geplant. Trotzdem wollte man die alten Traditionen nicht verändern. Der Umzug durch die Altstadt, die Musikvereine, die Kadetten und die Feier auf dem Heitern blieben deshalb ein wichtiger Teil des Programms. In dieser Zeit wurden auch immer mehr Fotos und Videos gemacht, damit man schöne Erinnerungen behalten konnte. Ab dem Jahr 2000 entwickelte sich das Kinderfest weiter. Es kamen jedes Jahr viele Besucher nach Zofingen. Die Stadt investierte mehr in die Organisation und sorgte dafür, dass das Fest für alle ein schönes Erlebnis wurde. Auch die Schulen beteiligten sich mit viel Einsatz. Die Kinder übten Gedichte, Lieder oder Märsche und freuten sich oft schon Monate vorher auf das Kinderfest. Im Jahr 2020 passierte etwas, das vorher fast niemand erlebt hatte. Wegen der Corona-Pandemie musste das Kinderfest abgesagt werden. Das war sehr traurig, weil das Kinderfest normalerweise jedes Jahr stattfindet. Viele Kinder konnten ihren grossen Tag nicht erleben und auch der Fackelumzug fiel aus. Das war eine grosse Enttäuschung für die ganze Stadt. Nach der Pandemie konnte das Kinderfest wieder stattfinden. Viele Menschen freuten sich darüber und genossen es, wieder gemeinsam feiern zu können. Das zeigte, wie wichtig das Kinderfest für Zofingen geworden ist. Im Jahr 2025 feierte das Kinderfest ein ganz besonderes Jubiläum. Es fand bereits zum 200. Mal statt. Aus diesem Grund gab es zusätzliche Veranstaltungen, Ausstellungen und besondere Programmpunkte. Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler kamen nach Zofingen zurück, um dieses Jubiläum mitzuerleben. Das zeigte, dass das Kinderfest viele Generationen verbindet und für viele Menschen schöne Erinnerungen schafft. Im Jahr 2026 fand das Kinderfest wieder wie gewohnt statt. Es gab zwar einige moderne Neuerungen, zum Beispiel einen Livestream des Umzugs, damit auch Menschen von zu Hause auszuschauen konnten. Trotzdem blieben die wichtigsten Traditionen erhalten. Der Umzug durch die Altstadt, die Musikvereine, die Kadetten, die Feier auf dem Heitern und der Fackelumzug gehören bis heute dazu.

Fazit
Es ist ein Fest, das sich stetig veränderte und den Leuten ein Lächeln auf den Mund zauberte. Was mit einem einfachen, lustigen Tag mit einem Kirchenbesuch und Spielen sowie Essen und Getränken startete, entwickelte sich zu einem grossen Anlass, an dem Schülerinnen und Schüler die ganze Woche an verschiedensten Projekten wie Fahnen malen oder Shows aufführen arbeiten. Aber auch grosse Traditionen wie das Gefecht entwickelten sich sowie auch dessen Meinungen. Aber was auch immer die Menschen denken, es bleibt ein traditionelles Fest, das Menschen noch eine lange Zeit beglücken wird.


Interviews: verschiedene Personen, unterschiedliche Ansichten
Ich bin aus Reiden und erlebe hier erst mein zweites Kinderfest. Ich weiss zwar nicht wirklich etwas über die Geschichte oder wie es entstanden ist, aber was ich weiss, ist, dass es für die Menschen ein wichtiges Fest ist und dass es ihnen immer sehr viel Freude bereitet. Ich selbst mag es sehr, da es vielfältig ist und man aus verschiedenen Aktivitäten auswählen kann, bei denen man Spass haben kann.
-Anonym, Reiden
Ich gehe seit dem Kindergarten ans Kinderfest und habe daher schon ein paar erlebt. Mit der Geschichte habe ich mich aber noch nicht richtig befasst. Was ich weiss, ist, dass das Gefecht auf der Schlacht von Sempach basiert, bei dem die Freischaren und Kadetten gegeneinander kämpfen. Es ist ein tolles Fest, um die Ferien einzuläuten und eine schöne Zeit zu haben. Ich gehe immer sehr gerne, da man die Zeit auch mit seinen Freunden geniessen kann.
-Anonym, Zofingen
Ich weiss nicht wirklich etwas über die Geschichte oder wie es entstanden ist. Aber ehrlich gesagt interessiert mich das auch nicht wirklich. Ich hörte einmal, dass das Gefecht auf einer Schlacht basiert, aber da bin ich mir nicht sicher. Was ich weiss, ist, dass es das Kinderfest seit etwa 200 Jahren gibt. Persönlich finde ich es eine ziemlich solide Sache. Ich mag es, dass es verschiedene Angebote in der Vorbereitungswoche gibt und dass man auf dem Heiteren am Freitag verschiedene Sachen wie Achterbahn fahren und an Ständen Sachen erspielen kann.
-Anonym, Brittnau