Berufserkundung Spital Zofingen

Berufserkundung im Spital Zofingen

 

Verfasser: Brendan Oliver Schumacher, Berufswahlcoach, Zofingen

 

Über 40 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Zofingen nutzten die Gelegenheit, im Spital Zofingen die vielfältigen Spitalberufe kennenzulernen.

 

Frau Susanne Gammeter, Leiterin der Berufsbildung, begrüsste die Jugendlichen im Lindensaal. Drei Berufsbildende unterstützten sie dabei, den abwechslungsreichen Nachmittag zu gestalten. Zu Beginn wurden die Schülerinnen und Schüler in vier Gruppen eingeteilt und nahmen an einem Betriebsrundgang teil. Dabei konnten sie verschiedene Abteilungen des Spitals besichtigen, darunter die Rettung, die Notfallstation, das Akutspital, die Langzeitpflege im Pflegezentrum sowie die Kindertagesstätte.

 

Unsere Gruppe startete den Rundgang in der chirurgischen Abteilung. Diese ist mit 32 Betten die grösste Station. Es gibt sowohl Privatzimmer als auch allgemeine Zimmer. Privatversicherte Patientinnen und Patienten profitieren nicht nur von einem Einzelzimmer, sondern werden zusätzlich von Chef- und Oberärzten betreut. Das Stationszimmer dient als zentraler Dreh- und Angelpunkt.

Ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsalltags sind die sogenannten «Huddles» – kurze Standortsitzungen, die mehrmals täglich stattfinden (um 7:00 Uhr, 9:00 Uhr, 10:50 Uhr und 14:00 Uhr). Sie dienen dem Austausch im Team und sind besonders bei der Übergabe von Diensten von grosser Bedeutung.

Im Gang befindet sich gut sichtbar ein sogenanntes Huddle-Board, das eine übersichtliche Darstellung aller wichtigen Informationen bietet. Aus Datenschutzgründen sind die Patientendaten anonymisiert. Neben Dienstplänen und Zuständigkeiten sind auch Ziele und Feedbacks festgehalten. Die ausgeprägte Feedbackkultur verweist darauf, dass im Spital Zofingen grossen Wert auf Qualität und kontinuierliche Verbesserung gelegt wird. 

 

Auf der Abteilung arbeiten acht FaGe-Lernende sowie drei Studierende. Es wurde betont, dass der Einstieg in die Ausbildung körperlich anspruchsvoll sein kann, da man viel auf den Beinen ist. Gleichzeitig werden alle notwendigen Kompetenzen schrittweise aufgebaut, und die Lernenden werden stets im Team unterstützt.

 

Das Spital ist eng mit dem Pflegezentrum verbunden, das vor rund zwölf Jahren eröffnet wurde. Dort wird zwischen Kurz- und Langzeitpflege unterschieden. Im Pflegezentrum spricht man nicht von Patienten, sondern von Kundinnen, Kunden oder von Bewohnerinnen und Bewohnern. 

Ein wichtiger Bereich ist die Aktivierung, bei der gemeinsam gebacken, gebastelt, gesungen oder geturnt wird. Besonders spannend ist die Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte „Zobra“, weil Kinder und Bewohner teilweise gemeinsam Aktivitäten wie Singen und Turnen durchführen.

 

Ein kurzer Fussmarsch führte uns zur Rettungsstation. Dort konnten wir einen Blick in die Ambulanzen werfen und die umfangreiche Ausrüstung kennenlernen. Die Ausbildung zur Rettungssanitäterin bzw. zum Rettungssanitäter erfolgt als Zusatzausbildung. 

Direkt daneben befindet sich die Notfallabteilung, in der unter anderem ein Schockraum zur Stabilisierung schwer verletzter Patientinnen und Patienten vorhanden ist. Verschiedene Untersuchungen wie Röntgen, Endoskopie, Kardiologie, Koloskopie, MRI und CT sind in unmittelbarer Nähe möglich.

 

Neben den Operationssälen befindet sich der Aufwachraum. Besonders auffällig sind hier die zahlreichen Monitore, die wichtige Werte wie Puls, Temperatur, Blutdruck und Sauerstoffsättigung überwachen. 

Zudem verfügt das Spital über eine Dialysestation. Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion müssen dort in der Regel dreimal pro Woche zur Blutreinigung erscheinen.

 

Zurück im Lindensaal erhielten die Jugendlichen einen vertieften Einblick in verschiedene Ausbildungsberufe. Vorgestellt wurde unter anderem die Ausbildung zur Fachfrau bzw. zum Fachmann Betreuung Kind (EFZ), die drei Jahre dauert und sowohl im Betrieb (z. B. Kita), in der Berufsfachschule als auch in überbetrieblichen Kursen stattfindet. Voraussetzungen sind unter anderem eine abgeschlossene obligatorische Schulbildung, Freude am Umgang mit Kindern, Teamfähigkeit sowie gute Deutschkenntnisse.

 

Auch die Ausbildung zur Fachfrau bzw. zum Fachmann Gesundheit (FaGe) wurde erläutert. Diese dauert ebenfalls drei Jahre und findet im Gesundheits- und Sozialwesen statt, beispielsweise in Spitälern oder Pflegeheimen. Die Lernenden übernehmen Pflege- und Betreuungsaufgaben sowie administrative Tätigkeiten. Weiter wurde die zweijährige Ausbildung als Assistentin bzw. Assistent Gesundheit und Soziales (AGS) vorgestellt, die einfachere pflegerische und unterstützende Tätigkeiten umfasst.

 

Für alle Berufe wurden zudem Weiterbildungsmöglichkeiten aufgezeigt, etwa die höhere Fachschule (HF) in Sozialpädagogik oder Pflege sowie die Möglichkeit, mit einer Berufsmatura später an einer Fachhochschule zu studieren.

 

Der Nachmittag bot den Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in die vielseitige Arbeitswelt im Spital. Im Namen der Oberstufe Zofingen danke ich Frau Susanne Gammeter und ihrem engagierten Team für die Organisation dieser eindrücklichen Berufserkundung im Spital Zofingen.

 

 

 

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