Berufserkundung Hotel Zofingen
Berufserkundung im Hotel Zofingen
Am Mittwochnachmittag fand die Berufserkundung im Hotel Zofingen statt. Aufgrund der grossen Teilnehmerzahl wurden zwei Gruppen mit unterschiedlichen Startzeiten gebildet. An vier praxisnahen Posten lernten die Jugendlichen die verschiedenen Lehrberufe im Hotelbetrieb kennen.
Danilo Senn, der das Hotel gemeinsam mit seiner Frau Patricia führt, begrüsste die Schülerinnen und Schüler persönlich am Eingang und stellte den Betrieb kurz vor.
Das Hotel Zofingen gehört zur Hotelgruppe Aargau Hotels, die schweizweit 18 Betriebe umfasst, vornehmlich im Kanton Aargau. Das Drei-Sterne-Hotel verfügt über 39 Zimmer und beherbergt hauptsächlich Geschäftsreisende, aber auch Feriengäste zählen zur Zielgruppe. Das Gebäude wurde in den 1980er-Jahren erbaut, Teile davon sind jedoch über 200 Jahre alt. Derzeit werden die Zimmer schrittweise modernisiert und den heutigen Kundenbedürfnissen angepasst.
Im dazugehörigen Restaurant finden im Innenbereich rund 80 Gäste Platz, im Aussenbereich nochmals ebenso viele. In den Bankett- und Seminarräumen können bis zu 200 Gäste bewirtet werden.
Rezeption – Drehscheibe des Hotels
Nach der Einführung starteten die Jugendlichen am ersten Posten bei der Rezeption. In Gruppenarbeit hielten sie auf einem Flipchart fest, welche Aufgaben zur Rezeption gehören – und welche nicht. Die Ergebnisse zeigten, dass ihnen die Vielseitigkeit dieses Berufs bewusst wurde.
Die Rezeption ist die zentrale Anlaufstelle für Gäste und übernimmt neben dem Empfang auch administrative Aufgaben sowie Unterstützung in der Finanzbuchhaltung. Je nach Bedarf kann es zudem vorkommen, dass Mitarbeitende in anderen Bereichen wie Service oder Küche aushelfen.
Vor rund zehn Jahren wurde der Beruf «Fachfrau/Fachmann Hotel-Kommunikation (HoKo)» geschaffen. Ziel war es, die Tätigkeit nicht nur auf administrative Aufgaben zu beschränken, sondern auch operative Einsätze einzubeziehen. In der Dienstleistungsbranche sind Genauigkeit, Effizienz und der professionelle Umgang mit Zeitdruck besonders wichtig.
Service – Präzision und Leidenschaft
Am zweiten Posten führte Yves Weber in die Kunst des Tischeindeckens ein. Sein Leitsatz: «Es muss Freude machen, dem Gast zu dienen.»
Die Jugendlichen lernten unter anderem das fachgerechte Falten von Servietten. An der Abschlussprüfung müssen zehn verschiedene Falttechniken – etwa Fächer, Schwan oder Mütze – sicher beherrscht werden.
Wer die Challenge am besten meisterte, einen Platz innerhalb einer Minute korrekt einzudecken, durfte sich über einen grosszügigen Glacé-Gutschein freuen.
Viele waren erstaunt, wie viel Fachwissen und Präzision der Serviceberuf erfordert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Arbeitszeiten Flexibilität verlangen. Der Beruf bietet viele Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen, ist jedoch auch anspruchsvoll. Mit den Worten «Augen auf bei der Berufswahl» verabschiedete Yves Weber die Jugendlichen zum nächsten Posten.
Housekeeping – Perfektion im Detail
In zwei vorbereiteten Hotelzimmern galt es, typische Fehler zu entdecken: fehlende Handtücher, nicht vollständig geleerte Abfalleimer, vom Strom getrennte Fernseher, Papierreste unter dem Bett, unordentlich drapierte Kissen oder verhakte Kleiderbügel. Einige Gruppen fanden sämtliche Mängel.
Hier wurde deutlich: Gäste erwarten ein perfekt vorbereitetes Zimmer. Hotelfachleute und Hotelpraktikerinnen sind insbesondere für fachgerechte Reinigung, Hygiene und Werterhaltung verantwortlich – diese Aufgaben haben Priorität.
Küche – Teamarbeit mit klarer Hierarchie
Anschliessend führte Herr Senn die Jugendlichen in die Küche ein. Bevor sie ihr eigenes Sandwich zubereiteten, erklärte er die Abläufe und die klare Aufgabenverteilung innerhalb einer Profiküche. Die Fachbegriffe sind traditionell französisch: Auguste Escoffier prägte einst das Brigade-System mit Bezeichnungen wie Chef de cuisine, Rôtisseur oder Saucier.
Leon, Lernender im ersten Lehrjahr, erinnerte die Gruppe zuerst ans gründliche Händewaschen – Hygiene hat oberste Priorität. Das selbst kreierte Sandwich wurde zum Abschluss gemeinsam im Restaurant genossen.
Ein gelungener Einblick in die Berufswelt
Zum Abschluss informierte Danilo Senn über die Möglichkeit von Schnupperlehren. Die Hotelgruppe Aargau Hotels bildet derzeit 45 Lernende in zwei- und dreijährigen Lehren aus und organisiert regelmässig Informationstage.
Im Namen der Zofinger Oberstufe danken wir Patricia und Danilo Senn sowie dem engagierten Team herzlich für die professionelle Organisation und die praxisnahe Durchführung dieser äusserst gelungenen Berufserkundung.
Den Jugendlichen hat der Nachmittag sehr gut gefallen – alle Daumen zeigten nach oben- und bereits während der Veranstaltung wurde eine erste Anfrage für eine Schnupperlehre gestellt.
Brendan Oliver Schumacher, Berufswahlcoach, Zofingen






